10 Jahre danach
Mittwoch, 27. Februar 2013. Auf den Tag genau vor zehn Jahren schnitt ich die am Nachmittag aufgezeichnete Pressekonferenz, die dieses Jahr entscheidend prägen sollte. Die Hannover Indians, ein lokaler Eishockeyverein, mussten Insolvenz anmelden. Dies verkündete der damalige Geschäftsführer Dirk Wroblewski erst der Presse und dann den zahlreich anwesenden Fans. Es flossen Tränen auf und vor der Bühne. Fans konnten den Umstand nicht begreifen. Dieser Verein, der ein großer Bestandteil ihres Lebens war, sollte nun Geschichte sein? Ich erinnere mich gut an die gesamte Stimmung der Veranstaltung(en). Es war eine Mischung aus Trauer und enormem Kampfeswillen. Mir imponierte besonders der Geschäftsführer selbst. Unabhängig von der Frage der Schuld. Da saß ein Kaufmann, der vom Fan zum Funktionär wurde und der jetzt verkünden musste, dass er (sicher nicht alleine) diesen Verein an die Wand gefahren hat. Und seine Tränen waren echt. Das konnte man deutlich hören. Dieser Mensch saß dort nackt. Das beeindruckte mich enorm. Dazu kamen die Fans, die direkt Gelder anboten, zum Kampf aufriefen und Spendenaktionen ins Leben rufen wollten. Die Stimmung bei dieser Pressekonferenz war einzigartig und kann nur nachvollzogen werden, wenn man vor Ort war oder sich die Pressekonferenz auf YouTube angesehen hat. Das war ein besonderer Moment. Ich saß vor meinem Schnittrechner und hatte Tränen in den Augen.
Bereits ein gutes Jahr zuvor begann meine Zeit mit den Hannover Indians. Als Angestellter des Indians-Medienpartners war ich in die Marketingaktivitäten des Vereins direkt eingebunden und habe (unter anderem) einige Filme für und mit den Indians umgesetzt. Während der Heimspiele stand ich im Sprecherturm und filmte die Spiele, was eine Auflage der Liga war. Kurz, ich kannte den „Hexenkessel“ Pferdeturm (die Spielstätte der Indians ist das Eisstadion am Pferdeturm) bereits recht gut.
Filme für die Hannover Indians