In einer Zeit, in der Streaming-Dienste uns mit einem Überfluss an Inhalten überschütten, ist es schwer geworden, wahre Perlen zu finden. Umso erfreulicher ist es, wenn man auf eine Serie wie “Viktor bringt's” stößt, die sich wohltuend von der Masse abhebt. Diese deutsche Amazon-Original-Serie, die seit dem 30. Mai 2024 verfügbar ist, besticht durch ihren pointierten Humor, skurrile Charaktere und eine erfrischend kompakte Erzählweise.
Die Handlung
Im Zentrum der Geschichte stehen der Berliner Service-Techniker Viktor Kudinski (gespielt von Moritz Bleibtreu) und sein Sohn Michael (Enzo Brumm), ein Philosophie-Student mit wenig praktischen Fähigkeiten, aber umso mehr Meinung. Gemeinsam ziehen sie los, um Waschmaschinen, Kaffeeautomaten oder Sound-Anlagen zu installieren und geraten dabei in die absurdesten Situationen mit ihren oft exzentrischen Kunden. Nebenbei lernen sich Vater und Sohn, die bisher wenig Kontakt hatten, langsam kennen und nähern sich trotz aller Differenzen einander an.
Eine Serie, die an den “Tatortreiniger” erinnert
Wer “Viktor bringt’s” sieht, fühlt sich unweigerlich an die Kultserie “Der Tatortreiniger” erinnert. Die Parallelen sind unverkennbar: Auch hier steht ein Dienstleister im Mittelpunkt, der mit skurrilen Kunden und absurden Situationen konfrontiert wird. Doch “Viktor bringt’s” ist mehr als ein Abklatsch. Wie Hauptdarsteller Moritz Bleibtreu in einem Interview mit der NZZ am Sonntag betont, war es von Anfang an das Bestreben, “so emotional wie klamaukig zu sein”. Und das gelingt der Serie auf beeindruckende Weise.
Kompakt und auf den Punkt
Ein großer Pluspunkt von “Viktor bringt’s” ist die kompakte Erzählweise. Die acht Folgen haben eine Länge von nur 20 bis 25 Minuten. Hier wird nicht künstlich in die Länge gezogen, um mehr “Content” zu produzieren. Jede Szene sitzt, jeder Dialog hat Witz und Tiefe zugleich. In einer Zeit, in der viele Serien nur noch als Hintergrundberieselung dienen, während man nebenbei aufs Smartphone schaut, ist das eine wohltuende Ausnahme. Hier muss man hinsehen und hinhören - und wird dafür reichlich belohnt.
Moritz Bleibtreu glänzt in der Hauptrolle
Ein Großteil des Charmes der Serie geht von Moritz Bleibtreu in der Rolle des Viktor aus. Bleibtreu, der laut eigener Aussage noch als “Berufsjugendlicher” zwischen Helden und verrücktem Professor schwimmt, spielt den knurrigen, aber herzensguten Viktor mit einer Mischung aus Wärme und Witz, die die Figur sofort ins Herz schließen lässt. Die Chemie zwischen ihm und seinem Seriensohn Enzo Brumm stimmt, ihre Dialoge sind pointiert und natürlich zugleich.
Mein Fazit
“Viktor bringt’s” ist ein absolutes Highlight im aktuellen Seriengeschehen. Wer schwarzhumorige, skurrile Komödien mit Tiefgang mag, wird diese Serie lieben. Sie beweist, dass gute Unterhaltung nicht immer bedeutet, möglichst viel Content zu produzieren. Manchmal ist weniger eben doch mehr. Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten für dieses Kleinod, dieses Epizentrum des Dialoghumors! Ich kann nur sagen: Unbedingt ansehen!